Stevia

20-09-2012  Übergreifend  

Stevia Rebaudiana Bertoni ist eine krautartige Pflanze und gehört zur gleichen Familie, wie die bei uns heimischen Pflanzen Löwenzahn, Sonnenblumen und Zichorien; die Familie der Asteraceae (=Astern). Stevia hat lange, schmale Blätter und wird zwischen 40cm und 1m groß.

  • Beschreibung:

Das Besondere an Stevia ist, dass sie anstelle von Zucker zum Süßen von Lebensmitteln geeignet ist. Da der menschliche Körper die Bestandteile nicht verwerten kann, sind sie kalorienfrei und beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht.

Sie wuchs ursprünglich nur in den südlichen Regionen Südamerikas und wird dort seit Jahrhunderten bei den Guaranay-Indianern wegen des süßen Geschmacks ihrer Blätter zum Süßen und Herstellen von Kräutertees eingesetzt.

Ihre Geschichte und Kultivierung begann vorwiegend in Paraguay und Brasilien. Erst im 16.Jhd kamen die spanischen Herrscher mit der Pflanze in Beührung. 1899 wurde sie erstmals durch Dr.M.S. Bertoni botanisch beschrieben.

Mittlerweile wird Stevia in Korea, Japan, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Zentralamerika, den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel, Thailand und China kultiviert. Ihr Extrakt findet als kalorienfreier Süßstoff vielseitige Verwendung.

Verarbeitet werden die Blätter der Pflanze, aus denen der Süßstoff Steviosid herausgefiltert wird. Das Produkt ist ein weßes, kristallines Pulver.

  • Gebrauch in Europa:

In der EU ist Stevia als Lebensmittel verboten, da viele Untersuchungen an Tieren noch keine sicheren Ergebnisse liefern, die eine gesundheitliche Gefahr ausschließen. Allerdings konnte auch eine krebserzeugende Wirkung ausgeschlossen werden . Bevor aber keine eindeutigen Ergebnisse vorliegen, darf die Pflanze in Europa nicht als Lebensmittel zugelassen werden.

  • Bestandteile:

Stevia enthält als Hauptwirkstoffe die Diterpenglykoside Steviosid und Rebaudiosid, die zusammen 20% der Blatttrockenmasse ausmachen und der Pflanze den sehr süßen Geschmack verleihen.

  • Verwendung in andren Ländern:

Es sind bereits verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von Stevia bekannt, so z.B. als Tafelsüße, in Süßigkeiten, Feingebäck, Tabakprodukten, Eingelegtem, Konfitüren, Joghurt u.a.

  • Eigenschaften und Vorteile von Stevia:

Die getrockneten Blätter sind etwa 40 mal süßer als Zucker, der extrahierte Inhaltsstoff Steviosid ca. 300 mal süßer. Daher wird eine viel kleinere Menge zum Süßen benötigt als beim Zucker.

  • Stevia ist komplett natürlich und kein synthetisches Produkt
  • Der Süßstoff Steviosid enthält keine Kalorien
  • Die Blätter können in natürlichem Zustand verwendet werden
  • Es werden nur sehr kleine Mengen benötigt
  • Pflanze ist nicht giftig
  • Hohe Hitzestabilität, bis 200°C; Blätter sowie der Extrakt können gekocht werden
  • Kein Nachgeschmack bei richtiger Dosierung
  • Geschmacksverstärkende Wirkung
  • Keine Fermentation/Gärung
  • Nicht karies fördernd
  • Klinische Tests ohne negativen Effekt bei dauerhafter Einnahme
  • Nicht suchterzeugend (ideal für Kinder)
  • Absolut geeignet für Diabetiker, Phenylketonurie-Patienten (=PKU) und Candida-Darmpilz-Patienten
  • Verwendung für Menschen mit Diabetis:

Stevia ist als Süßstoff unbedenklich einsetzbar. Eine Studie durch Chan et al. (2000) mit Freiwilligen zeigte, dass Blutwerte bei einer Einnahme von 3 mal täglich 250mg des kristallinen Steviosid über die Dauer eines Jahres unverändert blieben.

  • Vermarktung:

Da Stevia in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen ist, kann sie nur über das Internet, z.B. unter www.steviamarkt.de käuflich erworben werden. Sie wird als Badezusatz oder Kosmetika ausgegeben, dies ist erlaubt.

 

Literatur: www.waswiressen.de http://www.kuleuven.ac.be/bio/biofys/ESC/ESC.htm