HbA1c-Wert und Pioglitazon

22-10-2012  Übergreifend  

Pioglitazon und Gliclazid senken den HbA1c-Wert in gleichem Maße. Unter Pioglitazon verbessern sich die HDL-Cholesterin-Spiegel signifikant stärker, treten seltener Hypoglykämien und signifikant häufiger Ödeme auf.

 

Pioglitazon werden neben seiner blutglukosesenkenden Eigenschaft auch positive Effekte auf Insulinresistenz, Lipidprofil und Gefäßwände zugeschrieben. In einer aktuellen, randomisierten Multicenter-Studie wurde die Wirkung von Pioglitazon mit der des in den USA häufig eingesetzten Sulfonylharnstoffs Gliclazid verglichen. 

 

Von den 1270 eingeschlossenen Typ 2-Diabetiker, die unter diätetischer Therapie keine zufriedenstellenden Stoffwechselwerte erreichten (HbA1c 7,5-11%), erhielt die eine Hälfte bis zu 45 mg Pioglitazon täglich, die andere Hälfte bis zu 160 mg Gliclazid zweimal täglich. Primärer Endpunkt war die Änderung des HbA1c-Wertes während des Follow-up von zwölf Monaten. Sekundäre Endpunkte waren die Änderung der Nüchtern-Blutglukosespiegel sowie der Nüchtern-Insulin- und Lipidspiegel. In ausgewählten Zentren wurden darüber hinaus ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt sowie C-Peptid- und Pro-Insulin-Spiegel bestimmt.

 

Die durchschnittlichen HbA1c-Werte verminderten sich im Verlauf der zwölf Monate in beiden Gruppen um 1,4%-Punkte (90%-Konfidenzintervall (KI) -0,18 bis 0,02). In der Pioglitazon-Gruppe sank der Nüchtern-Blutglukosespiegel signifikant stärker als in der Gliclazid-Gruppe (-2,4 vs. -2,0 mmol/l; p=0,002; 95%-KI -0,7 bis -0,1). HDL-Cholesterin-Spiegel sowie der Quotient Gesamt-/HDL-Cholesterin-Spiegel verbesserten sich unter Pioglitazon signifikant deutlicher als unter Gliclazid (p<0,001). In der Gliclazid-Gruppe traten signifikant häufiger Hypoglykämien auf, während unter Pioglitazon doppelt so viele Patienten (54 von 621) Ödeme entwickelten.

Diabet Med 2005; 22: 399-405