CD3-Antikörper erhalten Beta-Zell-Funktion

22-10-2012  Typ1  

Bei neu manifestierten Typ 1-Diabetikern wird durch eine sechstägige Therapie mit CD3-Antikörpern die Beta-Zell-Funktion über einen Zeitraum von mindestens 18 Monaten erhalten.

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine T-Zell vermittelte Autoimmunerkrankung, welche zum Untergang der Insulin-produzierenden Beta-Zellen des Pankreas führt. Durch die Behandlung mit CD3 monoklonalen Antikörpern lies sich in einer Phase 1-Studie der Funktionsverlust der Beta-Zellen aufhalten. In einer aktuellen Plazebo-kontrollierten Phase 2-Studie wurde der Effekt von humanen gegen CD3 gerichteten IgG1 Antikörper (ChAGlyCD3) auf die Stoffwechselsituation untersucht.

 

In einer randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Studie erhielten 80 Patienten mit neu manifestiertem Typ 1 Diabetes an sechs aufeinanderfolgenden Tagen entweder ChAGlyCD3 oder Plazebo. Im Verlauf der folgenden 18 Monate wurden der tägliche Insulinbedarf sowie die C-Peptid-Ausschüttung nach Glucagon-Stimulation im Glukose-Clamp-Versuch erfasst.

 

Nach sechs, zwölf und 18 Monaten war die Restfunktion der Beta-Zellen nach der Behandlung mit ChAGlyCD3 signifikant höher als unter Plazebo. Der tägliche Insulin-Bedarf erhöhte sich im Studienverlauf  in der Plazebo-Gruppe, nicht aber in der Verum-Gruppe. Dieser Effekt war bei denjenigen Patienten ausgeprägter, deren Betazell-Funktion zu Studienbeginn vergleichsweise gut war (>= 50er Perzentile). In dieser Gruppe lag nach 18 Monaten die durchschnittliche Insulindosis bei 0,22 I.E./Kilogramm Körpergewicht (kg KG) unter ChAGlyCD3 verglichen mit 0,61 I.E./kg KG unter Plazebo (p<0,0001). Die Mehrzahl der 40 Patienten entwickelten unter ChAGlyCD3 vorrübergehend Grippe-ähnliche Symptome sowie Symptome einer Mononukleose (z.B. Fieber >38°C: n=38; Rachenschmerzen: n=30).

 

N Engl J Med 2005; 352: 2598-2608: B. Keymeulen et al.: Insulin Needs after CD3-Antibody Therapy in New-Onset Type 1 Diabetes