Niereninsuffizienz bei Typ 1-Diabetes

22-10-2012  Typ1  

 

Die Häufigkeit einer terminalen Niereninsuffizienz beträgt nach 30 Jahren Diabetes-Dauer 7,8%. Als Ursache für das niedrige Risiko von Typ 1-Diabetikern mit einer Manifestationsalter unter 5 Jahren kommen genetische Gründe in Frage.

Eine bedeutende Folgeerkrankung bei Typ 1-Diabetes ist die diabetische Nephropathie. Dennoch gibt es nur wenige Daten zum Risiko, infolge eines Typ 1-Diabetes eine terminale Niereninsuffizienz zu entwickeln. In einer aktuellen Kohorten-Studie wurde untersucht, welchen Einfluss Diabetes-Dauer, Lebensalter bei Diabetes-Manifestation und Geschlecht auf das Niereninsuffizienz-Risiko haben.

P. Finne et al. haben mit Hilfe des finnischen Diabetes-Registers 20005 Typ 1-Diabetiker mit einem Manifestations-Alter unter 30 Jahren identifiziert. Untersucht wurde, welche Personen im Laufe des Beobachtungszeitraumes von durchschnittlich 16,7 Jahren verstorben waren oder eine terminale Niereninsuffizienz (Dialyse oder Nierentransplantation) entwickelt hatten.

 

Im Laufe von 346851 Patienten-Jahren trat bei 632 Personen eine terminale Niereninsuffizienz auf. Dies entsprach einer kumulativen Inzidenz von 2,2% nach 20 Jahren und 7,8% nach 30 Jahren Diabetes-Dauer. Das Risiko für eine terminale Niereninsuffizienz war am niedrigsten bei Diabetikern, die bei Manifestation jünger als 5 Jahre alt waren. Das höchste Risiko hatten Personen mit einem Manifestationsalter zwischen 10 und 14 Jahren. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern.

JAMA 2005; 294 :1782-1787