Diabetes mellitus: Steroide verbessern bei Autoimmun-Pankreatitis den Glukose-Stoffwechsel

22-10-2012  Typ1  

Steroide senken bei Patienten mit Autoimmun-Pankreatitis die Diabetes-Inzidenz und verbessern in der Regel die Stoffwechsellage. Da es aber vereinzelt insbesondere bei älteren Patienten auch zu einer Verschlechterung kommt, empfehlen die Autoren eine engmaschige Stoffwechselkontrolle.

 

Im Jahr 2002 hat die Japanische Pankreas Gesellschaft erstmals Kriterien zur Diagnose der Autoimmun-Pankreatitis aufgestellt. Eine aktuelle japanische Studie liefert jetzt umfangreiche Daten zur Epidemiologie und Therapie der Autoimmun-Pankreatitis.

 

I. Nishimori et al. haben im Jahr 2002 an fast 3000 japanische Krankenhaus-Abteilungen einen Fragebogen verschickt und nach der Zahl der Patienten mit Autoimmun-Pankreatitis im Verhältnis zur Gesamtzahl der Patienten gefragt. Ein zweiter Fragebogen enthielt weitergehende Fragen zu den Patienten mit Autoimmun-Pankreatitis, zu deren Therapie sowie Diabetes-Manifestation und Verlauf.    

 

Hochrechnungen ergaben eine Gesamtzahl von geschätzt 900 Personen mit Autoimmun-Pankreatitis in der japanischen Bevölkerung. Das entsprach einer Prävalenz von 0,71 Patienten pro 100.000 Einwohnern. Zwei Drittel der Patienten mit Autoimmun-Pankreatitis hatten auch einen Diabetes. Patienten mit Autoimmun-Pankreatitis und Diabetes (n=93) entwickelten zu 52% den Diabetes zeitgleich mit der Pankreatitis, bei 33% bestand der Diabetes bereits vor der Pankreatitis. Unter einer Steroid-Therapie besserte sich die Stoffwechsellage bei 55% (zeitgleiche Manifestation von Pankreatitis und Diabetes) bzw. 36% der Patienten (Diabetes-Manifestation vor Pankreatitis). Andererseits hatten weniger als 20% der Patienten im Verlauf der Steroid-Therapie erstmals erhöhte Blutglukosewerte. Mit zunehmendem Alter stieg das Diabetes-Risiko an. 

 

Pankreas 2006; 32:244-248