Psychotherapie verbessert HbA1c-Wert

22-10-2012  Übergreifend  

 

Typ1-Diabetes: Psychotherapie verbessert HbA1c-Wert bei Kindern und Jugendlichen 

Eine schlechte Stoffwechseleinstellung bei Typ1-Diabetiker ist häufig mit Depressionen oder Essstörungen assoziiert. In einem systematischen Überblick sowie wie einer Metaanalyse wurde jetzt untersucht, welchen Einfluss verschiedene psychotherapeutische Verfahren auf die Stoffwechsellage bei Typ1-Diabetikern hat.

BMJ 2006  

K Winkley et al. haben bis September 2004 in Medline, PsycINFO, Embase und das Cochrane central register nach kontrollierten Studien mit entweder kindlichen/jugendlichen oder mit erwachsenen Typ1-Diabetikern gesucht, in denen der Effekt verschiedener Psychotherapien (Councelling, kognitive Verhaltenstherapie, systemische Familientherapie, psychodynamische Therapie) auf die Stoffwechsellage untersucht wurde. Berücksichtigung fanden Patientenzahl, Alter, Diabetesdauer, Psychotherapieverfahren und -modalitäten sowie die Art der Intervention in der Kontrollgruppe. Primäre Endpunkte waren Veränderungen des HbA1c-Wertes sowie des psychischen Befindens.  Für den systematischen Überblick wurden 29 Studien ausgewählt, im Rahmen der Metaanalyse 21 Studien.

Bei Metaanalyse von zehn Studien mit Kindern und Jugendlichen war der durchschnittliche HbA1c-Wert in der Gruppe, die eine psychotherapeutischen Intervention erhalten hatten, signifikant besser als in der Kontrollgruppe ohne Psychotherapie (pooled standardised mean difference -0,35; 95%-Konfidenzintervall (KI) -0,66 bis -0,04; p = 0,03). Dies entsprach einer durchschnittlichen absoluten Verbesserung des HbA1c-Wertes von 0,48%-Punkten. Bei Metaanalyse der elf Studien mit Erwachsenen war der HbA1c-Wert unter Psychotherapie um 0,22%-Punkte besser als in der Kontrollgruppe. Allerdings war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant (-0,17; 95%-KI -0,45 bis 0,10; p = 0,22). Ähnliche Ergebnisse ergab die Analyse des psychischen Status: Bei Kindern und Jugendlichen war in der Interventionsgruppe psychischer Stress signifikant seltener (pooled standardised mean difference -0,46; 95%-KI -0,83 bis -0,10; p = 0,013), nicht aber bei Erwachsenen (-0,25; 95%-KI -0,51 bis 0,01; p = 0,059).    

Fazit

Psychotherapie verbessert die Stoffwechsellage sowie das psychische Befinden von Kindern und Jugendlichen, nicht aber von Erwachsenen mit Typ1-Diabetes, so die Autoren.