Einfluss von Lebensstiländerung auf Diabetes

22-10-2012  Typ2  

 

Lebensstiländerung einschließlich 150 Minuten Sport (z.b. Walking) in der Woche verringert die Häufigkeit des Metabolischen Syndrom über einen Zeitraum von etwas mehr als drei Jahren um 41 Prozent und ist deutlich wirksamer als die Therapie mit Metformin.

Das Metabolische Syndrom ist ein Hochrisikofaktor für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse. Im Rahmen des Diabetes Prevention Program wurde untersucht, welchen Einfluss Lebensstiländerung bzw. Metformin auf die Manifestation des Metabolischen Syndroms haben.

In der kontrollierten, randomisierten Studie erhielten von 3234 Teilnehmern mit gestörtem Glukosestoffwechsel jeweils ein Drittel eine Schulung zur intensiven Lebensstiländerung, täglich 1700 mg Metformin oder Plazebo. Die Lebensstiländerung bestand aus einer fettarmen Kost und 150 Minuten pro Woche leichtem Sport (z.b. Walking). Endpunkt war die Entwicklung eines Metabolischen Syndroms, definiert als Vorliegen von mindestens drei der folgenden Kriterien: Taillenumfang >102 Zentimetern bei Männern und >88 cm bei Frauen, Triglyzeride >150 mg/dl, HDL-Cholesterin <40 mg/dl bei Männern und <50 mg/dl bei Frauen; Blutdruck >130/85 mm Hg, Nüchternblutzucker >110 mg/dl. Das Follow-up betrug durchschnittlich 3,2 Jahre.

Zu Studienbeginn hatten bereits 53% der Teilnehmer (n=1711) ein Metabolisches Syndrom, welches sich unter Lebensstiländerung bei 38 Prozent und unter Metformin bei 23 Prozent der Teilnehmer zurückbildete. Neu aufgetreten war das metabolische Syndrom in der Plazebo-Gruppe bei 53 Prozent der Teilnehmer. Unter Lebensstiländerung kam es dagegen nur bei 38 Prozent der Teilnehmer zu einem metabolischen Syndrom. Das waren 41 Prozent weniger als im Placebo-Arm und 29 Prozent weniger als unter Metformin-Therapie.

Ann Intern Med 2005; 142:611-619