Erythropoetin bei proliferativer diabetischer Retinopathie

22-10-2012  Typ1   Typ2  

 

Erythropoetin ist ein wichtiger Beteiligter bei Patienten mit proliferativer diabetischer Retinopathie. Dieser Effekt besteht unabhängig von VEGH, einem weiteren angiogenetischen Faktor.

Die proliferative diabetische Retinopathie ist unter anderem durch das pathologische Wachstum retinaler Gefäße (Angiogenese) gekennzeichnet. Einer der Mediatoren dieser retinalen Angiogenese ist der vascular endothelial growth factor (VEGF). In einer aktuellen Studie wurde untersucht, ob auch Erythropoetin Bedeutung bei der retinalen Angiogenese hat.

 

D. Watanabe et al. aus Kyoto, Japan, haben bei 144 Patienten Flüssigkeitsproben aus dem Glaskörper des Auges entnommen und den Gehalt an VEGF und Erythropoetin bestimmt. Von den 144 Patienten hatten 73 eine proliferative Retinopathie. Bei den übrigen 71 Patienten lag kein Diabetes mellitus vor.

 

Die durchschnittlichen Erythropoetin-Spiegel waren in der Gruppe mit einer proliferativen Retinopathie signifikant höher als in der Gruppe ohne Diabetes (464,0 versus 36,5 mIU/Milliliter, p<0,001). Auch hatten Personen mit einer proliferativen Retinopathie durchschnittlich signifikant höhere VEGF-Spiegel als solche ohne Diabetes (345,0 versus 3,9 mIU/Milliliter, p<0,001). Nach multivariabler logistischer Regressionsanalyse waren sowohl Erythropoetin und als auch VEGF unabhängig assoziiert mit einer proliferativen Retinopathie. Die Assoziation war für Erythropoetin (odds ratio 22,46; p<0,001) deutlicher im Vergleich zu VEGF (odds ratio 4,24; p=0,001).

 

N Engl J Med 2005;353:782-792