Elektronisches Erinnerungssystem für Diabetes-Patienten

22-10-2012  Übergreifend  

Ein elektronisches Erinnerungssystem kann die Versorgung von Patienten mit Diabetes und KHK verbessern. Das untersuchte Erinnerungssystem muss weiterentwickelt werden, um nach wie vor existierende Versorgungslücken zu schließen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen verbessern die Prognose chronischer Erkrankungen. In einer aktuellen, randomisierten Studie wurde untersucht, ob mit Hilfe eines elektronischen Erinnerungssystems die Versorgung von Patienten mit Diabetes und KHK optimiert werden kann.
 

T. Sequist et al. aus Boston haben auf der Basis evidenz-basierter Leitlinien ein Erinnerungssystem erstellt, das den behandelten Arzt beim Öffnen der elektronischen Patientenkartei auf notwendige Kontrolluntersuchungen (z.B. vierteljährliche HbA1c-Bestimmung) aufmerksam macht. Insgesamt 194 Hausärzte in 20 Ambulanzen sowie 4549 Diabetiker und 2199 KHK-Patienten wurden eingeschlossen und entweder in die Verum-Gruppe (mit elektronischem Erinnerungssystem) oder in die Kontroll-Gruppe (ohne elektronisches Erinnerungssystem) randomisiert.

Primärer Endpunkt war die Anzahl der durchgeführten Kontrolluntersuchungen.

Patienten in der Verum-Gruppe erhielten im Vergleich zur Kontroll-Gruppe signifikant häufiger die empfohlenen Kontrolluntersuchungen mit einem odds ratio in der Gruppe der  Diabetes-Patienten von 1,30 (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,01-1,67) und der KHK-Patienten von 1,25 (KI 1,01-1,55). Bei den Diabetikern stieg die Anzahl der einmal jährlich durchgeführten Cholesterin-Wert-Bestimmungen signifikant. Bei den KHK-Patienten erhöhte sich die Zahl der Statin-Verordnungen bei einem LDL-Cholesterin über 130 mg/dl sowie die Wahrscheinlichkeit für eine ASS-Gabe signifikant. Die Mehrzahl der Ärzte (67%) gab an, dass das Erinnerungssystem die Qualität der Patientenversorgung verbessert.

J Am Med Inform Assoc 2005; 12: 431-437