Gestationsdiabetes: Gibt es Alternativen zum oGTT?

22-10-2012  Schwangerschaft  

 

Zur Untersuchung auf Gestationsdiabetes sind die Bestimmung der Nüchtern-Blutglukose-Spiegel, gefolgt von verschiedenen Indizes zur Bestimmung der Insulinresistenz (HOMA-Indizes) geeignet. Bestätigt sich dies in größeren Studien, könne in Zukunft die Durchführung eines oGTT entbehrlich werden.

 

 

 

Zur Abklärung eines Gestationsdiabetes wird die Durchführung eines oralen Glukose-Toleranz-Testes (oGTT) empfohlen. Nachteile des oGTT sind geringe Reproduzierbarkeit und fehlende Berücksichtigung des Body-Mass-Index. Nicht selten auch verursacht die Glukoselösung Übelkeit oder Kopfschmerzen. In einer aktuellen Fall-Kontroll-Studie wurde untersucht, ob die Bestimmung verschiedener Insulin-Resistenz-Indizes wie beispielsweise HOMA (Homeostasis Model Assessment)-Indizes zum Screening auf Gestationsdiabetes geeignet sind.

 

 

 

R. Kauffmann et al. haben bei 123 Schwangeren in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche einen dreistündigen oGTT mit 100g Glukose durchgeführt und zuvor die Nüchtern-Insulin-Spiegel gemessen. Verschiedene HOMA-Indizes wurden bestimmt und auf ihre Wertigkeit zur Diagnose eines Gestationsdiabetes beurteilt.  

 

 

 

Von 132 Schwangeren brachen neun den oGTT aufgrund von Schwindel und Erbrechen ab. Von den verbliebenen 123 Frauen hatten 25 einen Gestationsdiabetes (20,3%), basierend auf den Kriterien der National Diabetes Data Group (Serum-Blutglukose nüchtern > 105 mg/dL, nach 1h > 190, nach 2h > 165, nach 3h > 145). Schwangere mit Gestationsdiabetes unterschieden sich von denen ohne Gestationsdiabetes insbesondere in den Nüchtern-Blutglukosespiegeln (104 vs. 82 mg/dL; p<0,001). Auch die Insulin-Resistenz-Indizes HOMA-1, HOMA-2, HOMA-2%B und QUICKI waren in den beiden Gruppen signifikant unterschiedlich. Am wenigsten geeignet zum Screening auf Gestationsdiabetes war die Bestimmung des Nüchtern-Insulin-Spiegels (14,5 vs. 10,5 mU/mL; p=0,03).

 

 

 

Am J Obstet Gynecol 2006; 194: 1576-1584