Effekt von Ramipril auf Häufigkeit des Typ-2-Diabetes

22-10-2012  Typ2  

Bei Personen mit gestörter Nüchternglukose und/oder Glukosetoleranz wird durch die tägliche Einnahme von Ramipril über einen Zeitraum von drei Jahren das Risiko, einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, nicht signifikant reduziert, wohl aber die Entwicklung hin zu normalen Blutglukosewerte begünstigt.

 

Schon länger wird der Einfluss einer Blockade des Renin-Angiotensin-Systems auf die Diabetes-Häufigkeit diskutiert. So sank unter 5mg Ramipril täglich in der Heart Outcomes Prevention Evaluation (HOPE) Studie die Diabetes-Inzidenz im Vergleich zu Plazebo um 34%. In der Diabetes REduction Assessment with ramipril and rosiglitazone Medication (DREAM) Studie wurde jetzt unter anderem untersucht, ob Ramipril bei Personen mit gestörter Nüchternglukose und/oder Glukosetoleranz das Fortschreiten zu einem Typ-2-Diabetes verhindern kann.

 

 

 

In die randomisierte, doppelblinde Studie wurden 5269 Erwachsene im Alter von 30 Jahren und älter ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung eingeschlossen, welche an einer gestörten Nüchternglukose und/oder an einer gestörten Glukosetoleranz litten. Die Studienteilnehmer erhielten bis zu maximal 15mg Ramipril täglich oder Plazebo (sowie Rosiglitazon oder Plazebo). Primärer Endpunkt bei einem Follow-up von durchschnittlich drei Jahren war die Kombination aus Diabetes-Manifestation und Tod. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Regression zur Normoglykämie sowie die Blutglukosewerte nüchtern und 2h nach oralem Glukosetoleranztest (oGTT).

 

 

 

Die Inzidenz des primären Endpunktes in der Ramipril-Gruppe (18,1%) unterschied sich nicht signifikant von der in der Kontrollgruppe (19,5%; hazard ratio 0,91; 95%-Konfidenzintervall 0,81-1,03; p=0,15). Normale Blutglukosewerte erreichten bis zum Ende der Studie unter Ramipril signifikant mehr Personen als unter Plazebo (hazard ratio 1,16; 95%-Konfidenzintervall 1,07-1,27; p=0,001). Die durchschnittlichen Nüchtern-Blutglukosespiegel waren in der Ramipril- und Plazebo-Gruppe vergleichbar (102,7 mg/dl vs. 103,4 mg/dl; p=0,07). Lediglich die 2h Werte im oGTT lagen unter Ramipril signifikant niedriger als unter Plazebo (135,1 mg/dl vs. 140,5 mg/dl; p=0,01).  

 

N Engl J Med 2006; 355