Fußpflege-Tipps bei Diabetes

11-06-2015  Typ1   Typ2  

Vor allem wegen diabetesbedingter Nervenschädigungen (Neuropathie), aber auch als Folge von Durchblutungsstörungen und wegen einer erhöhten Infektionsbereitschaft besteht die Gefahr, dass sich an Füßen aus kleinen Verletzungen oder Druckstellen, die wegen der Nervenschädigung nicht spürbar sind, schlecht heilenden Wunden bilden können.

Achten Sie jeden Tag auf Ihre Füße!

Kontrollieren Sie täglich, ob Rötungen, Blasen, Schnittwunden, Hornhautschwielen, druckschmerzhafte Stellen oder Eiterherde erkennbar sind. Prüfen Sie auch, ob Ihre Fußnägel verfärbt oder krallenartig verdickt sind. Schauen Sie mit Hilfe eines Fußspiegels auch auf Ihre Fußsohlen. Bei Veränderungen sollten Sie sich sofort bei Ihrem Arzt melden.

Fußbad: Waschen Sie Ihre Füße täglich!

Die Wassertemperatur sollte nicht höher als 37°C sein (messen Sie die Temperatur mit einem Badethermometer, denn oft kann die Wärmeempfindung gestört sein). Die Dauer sollte nicht länger als 3 Minuten betragen, da die Haut sonst zu sehr aufweicht. Wegen der austrocknenden Wirkung sollten Sie zudem keine Badezusätze verwenden. Danach die Füße - auch die Zehenzwischenräume - gründlich mit einem weichen Handtuch abtrocknen.

Fußpflege: Medizinische Fußpflege/Podologie

Informieren Sie Ihre Fußpflegerin über Ihren Diabetes. Reden Sie mit Ihrem Diabetologen, ob eine Verschreibung einer medizinischen Fußpflege bei einer Podologin zu Lasten der Krankenkasse notwendig ist.

Fußpflege: Wenn Sie Ihre Fußpflege selbst durchführen...

Verzichten Sie wegen der hohen Verletzungsgefahr auf alle scharfen und spitzen Gegenstände wie z.B. Scheren, Hornhauthobel, Messer und Rasierklingen. Benutzen Sie nur eine Sandfeile bzw. eine abgerundete Diamantfeile oder einen Bimsstein zum vorsichtigen Abtragen von Hornhaut. Feilen Sie Ihre Fußnägel niemals zu tief in die Ecken. Die Nägel sollten gerade anstatt rund gefeilt werden mit einer kleinen Abrundung an den Ecken, damit sie nicht seitlich in den benachbarten Zeh stechen.

Creme: Cremen Sie Ihre Füße mehrmals täglich ein!

Benutzen Sie eine milde, rückfettende Seife, Feuchtigkeitscreme, Körperlotion oder einen Cremeschaum, evtl. mit Harnstoff. Sparen Sie hierbei die Zehenzwischenräume aus. Falls sie allergisch reagieren, verwenden Sie keine Produkte mit Duft- und Konservierungsstoffen.

Fußgymnastik: Trainieren Sie Ihre Füße!

Trainieren Sie die Durchblutung der Beine z.B. durch Spaziergänge und Radfahren. Durch die Förderung der Durchblutung reduziert sich zum einen auch die Gefahr von Fußpilzerkrankungen, zum anderen kräftigt Gymnastik die Muskulatur.

Strümpfe: Wolle statt Synthetik

Tragen Sie Woll- oder Baumwollstrümpfe ohne einschnürende Bündchen. Sie saugen den Schweiß besser auf als Strümpfe aus synthetischem Material. Woll- oder Baumwollstrümpfe helfen auch bei kalten Füßen.

Wunden oder Veränderungen: Zum Arzt!

Bei Verletzungen und Veränderungen (Blasen, Geschwüre, Rötungen, Schwellungen, Hautabschürfungen, Pilzinfektionen, Warzen) an Ihren Füßen gehen Sie bitte sofort zu Ihren Arzt. Die Behandlung eingewachsener Zehennägel, Hühneraugen und Schwielen darf nur von einem Arzt oder einer Fußambulanz durchgeführt werden. Salben und Tinkturen auf Wunden darf nur der Arzt verordnen.

Verboten sind:

  • harte Bürsten
  • Melkfett, Öl- oder Fettcreme, Zinkpasten, parfümierte Fußcremes, ätherische Öle
  • Hornhauthobel, Hornhautraspel, Rasierklingen, Messe, spitze Nagelscheren, Nagelknipser, Nagelzange – sie bergen eine große Verletzungsgefahr!
  • Hühneraugentinktur, Hühneraugenpflaster, Hühneraugensalbe – sie können zu Verätzungen und Geschwüren führen!
  • Hornhautsalbe, Fußpuder, Fußspray
  • Wärmflasche, Heizkissen – sie können bei Gefühlsstörungen (Neuropathie) zu Verbrennungen führen!

Nehmen Sie alle Veränderungen an Ihren Füßen sehr ernst!