Diabetes und Zöliakie

15-02-2016  Typ1  

An einer Zöliakie, einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten aus Getreide wie z.B. Weizen, Roggen oder Dinkel, erkrankt etwa eine von einhundert Personen. Menschen mit Typ-1-Diabetes sind weitaus häufiger an dieser Immunerkrankung betroffen, nämlich etwa eine Person von fünfzehn. Umgekehrt haben auch Zöliakiebetroffene häufiger einen Diabetes mellitus Typ 1. Dies liegt daran, dass die Ursache beider Krankheiten auf die HLA-Gewebsmarker auf den Immunzellen zurückzuführen ist.

 

Was ist Zöliakie?

Bei der Immunerkrankung Zöliakie wird das Klebereiweiß Gluten nicht mehr vertragen, der Darm reagiert mit einer Immunantwort und entzündet sich. Auch die Darmzotten können in Mitleidenschaft gezogen werden, sodass viele Zöliakiebetroffene auch eine Laktoseintoleranz entwickeln, da das laktosespaltende Enzym in den Darmzotten gebildet wird. Zudem verringert sich durch die Zerstörung der Darmzotten auch die Oberfläche des Darms, weshalb die Aufnahme von Nährstoffen eingeschränkt ist. Es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Die Erkrankung ist dauerhaft, bedeutet also einen lebenslangen Verzicht auf Produkte, die Gluten enthalten.

 

Woran bemerkt man eine Zöliakie?

Die Beschwerden, die durch den Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln und selbst Spuren von Gluten auftreten, sind sehr unterschiedlich. Es kann zu Durchfall und Blähungen sowie durch die Mangelernährung auch außerhalb des Darmes zu Beschwerden kommen, z.B. Dermatitis, Blutarmut oder erniedrigte Blutfettwerte. Bei Kindern wird häufig auch eine Wachstumsstörung beobachtet.

 

Wie stellt man eine Zöliakie fest?

Zum einen wird eine Zöliakie durch einen Bluttest auf Anti-Transglutaminase-Antikörper nachgewiesen. Zum anderen durch den Nachweis von Anti-Endomysium-Antikörpern. Bei positivem Befund ist hier jedoch die Bestätigung durch eine Dünndarmbiopsie notwendig.

 

Wie ernährt man sich bei Zöliakie?

Zöliakiebetroffene müssen eine dauerhafte glutenfreie Ernährung einhalten. Da selbst Spuren von Gluten zu Beschwerden führen, ist die Menge nicht entscheidend. Nach einer entsprechenden Ernährungsumstellung bessern sich die Symptome in der Regel, die Darmschleimhaut regeneriert sich. So kann man häufig auch die Laktoseintoleranz wieder in den Griff bekommen.

Alle glutenhaltigen Getreidesorten werden von Betroffenen nicht mehr vertragen, dazu zählen Weizen, Roggen, Dinkel, Triticale, Kamut und Spelt. Sog. „Pseudogetreide“ enthalten kein Gluten und können daher verzehrt werden, hierzu gehören z.B. Buchweizen, Amarant und Quinoa. Einige Betroffene vertragen Hafer, obwohl Hafer eigentlich nicht als „glutenfrei“ bezeichnet werden kann. Zudem gibt es mittlerweile viele glutenfreie Produkte und Firmen, die sich auf die Herstellung dieser spezialisiert haben und eine große Palette an Lebensmitteln anbieten.

Alternative Kohlenhydratlieferanten sind außerdem Kartoffeln, Reis und Mais sowie Hülsenfrüchte wie Erbsen, Kichererbsen, Sojabohnen und Saubohnen.